DEPRESSIONEN ERKENNEN: JE FRÜHER SIE ES ERKENNEN, DESTO BESSER LASSEN SIE SICH BEHANDELN. DAHER EINE UMFASSENDE AUFKLÄRUNGSARBEIT SEHR WICHTIG. Aber wie können Betroffene Depressionen erkennen? Wie können sie unterscheiden, ob sie an einer psychischen Störung leiden oder intensive Phasen der Trauer durchmachen? Wie lässt sich die psychische Störung bestmöglich behandeln, und was können Erkrankte selbst tun, um ihr Wohlbefinden zu steigern?

Antworten auf diese und weitere wichtigen Fragen gibt es im Folgenden.

young woman feeling a mix of emotions

Doch das Wichtigste zuerst: Wie ist der Begriff «Depression» zu definieren? Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt sie als psychische Störung.

Häufige Symptome einer Depression sind:

Depressionen sind keineswegs ein Zeichen persönlicher Schwäche, sondern ganz klar eine Krankheit. In der Regel tritt sie nicht von heute auf morgen auf, sondern schleicht sich langsam in das Leben ein. Umso schwerer wird es für Betroffene, ihre Depressionen zu erkennen.

Das gilt vor allem für Personen, die sich bisher noch nie intensiver mit dem Thema mentale Gesundheit auseinandergesetzt haben. Knapp neun Prozent der Schweizer hatten 2017 Depressionen, doch die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher. Zusätzliche 15 Prozent berichteten von einer mittleren bis hohen psychischen Belastung. Gerade einmal sechs Prozent der Bevölkerung begaben sich aufgrund von psychischen Problemen in Behandlung.

Das bedeutet, dass sich nur einer von vier Betroffenen professionelle Hilfe suchte. Allein diese Zahl zeigt, wie wichtig es ist, für mehr Aufklärung zu sorgen. Sensibilisierungsarbeit ist gefragt. Sie zeigt auf, dass eine Depression eine ernst zu nehmende Krankheit ist, für die sich niemand schämen sollte.

Zudem geht die Weltgesundheitsorganisation davon aus, dass Depressionen innerhalb des nächsten Jahrzehnts die grösste Krankheitslast in den Industrieländern ausmachen werden. Damit würden sie den Herz-Kreislauf-Erkrankungen den Rang ablaufen.

So wirken sich Depressionen auf das allgemeine Wohlbefinden aus

Depressionen beeinträchtigen gleichermassen das Verhalten, die Gefühlswelt und das Gedankengut und wirken sich auch auf das körperliche Wohlbefinden aus. Damit rauben sie dem Betroffenen ganz klar wertvolle Lebensqualität. Grund dafür ist unter anderem, dass Depressionen einen Mangel an Nervenüberträgerstoffen im Gehirn auslösen.

Wie bei zahlreichen psychischen Störungen gilt auch hier: Die genauen Symptome und Verläufe sind ganz individuell, genau wie die Ursachen. In einigen Fällen geht der Depression eine persönliche Belastung, oftmals auf emotionaler Ebene, voraus. In anderen Fällen wiederum lassen sich keine genauen Auslöser definieren.

Auch die Dauer unterscheidet sich von Person zu Person. Depressionen können wenige Wochen, aber auch mehrere Monate anhalten. Auch chronische Depressionen, die zu einer langfristigen Belastung führen, kommen durchaus vor. In den meisten Fällen tritt die Störung allerdings phasenweise auf.

Wie kann man Depressionen erkennen und von langanhaltender Niedergeschlagenheit unterscheiden?

young woman withdrawn into a corner

Niedergeschlagenheit und Traurigkeit sind ganz normale Gefühle, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens kennenlernt. Sie entwickeln sich nicht zwangsläufig zu einer Depression. Diese Emotionen sind zeitlich begrenzt und verblassen, sobald ihre Auslöser mental verarbeitet wurden.

Zudem beeinträchtigen sie den Alltag in deutlich geringerem Ausmass, als es bei Depressionen der Fall ist. Wer unter der psychischen Störung leidet, lässt sich nur schwer von ihr ablenken. Die negativen Gedanken und Gefühle sind je nach Ausgeprägtheit der Depression nahezu dauerhaft präsent und bestimmen das alltägliche Leben massgeblich.

Anhand welcher Symptome lassen sich Depressionen erkennen?

Depressionen lassen sich wie folgt kategorisieren:

 

Um das Ausmass der psychischen Störung in eine dieser Kategorien einordnen zu können, sind also Haupt- und Zusatzsymptome voneinander abzutrennen. Zuerst soll es um die Hauptsymptome gehen. Allen voran steht die gedrückte Stimmung. Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, tiefe Traurigkeit und sogar Hoffnungslosigkeit können sich einstellen.

Einige Betroffene verspüren hingegen eine innere Leere und sind kaum noch in der Lage, etwas zu empfinden. Vor allem am Morgen macht sich dieses Symptom besonders intensiv bemerkbar. Ein weiteres Hauptsymptom ist der Interessenverlust. Dinge, die früher unglaublich viel Spass gemacht haben, sind plötzlich nur noch Nebensache und völlig irrelevant.

Neue Dinge dazulernen? Sich über das aktuelle Tagesgeschehen informieren? Nachfragen, wie es der Familie und den Freunden geht? All das steht hinten an. Nicht nur das Interesse fehlt, sondern auch der Antrieb – ein drittes Hauptsymptom, durch das sich Depressionen zu erkennen geben können. Alltägliche Dinge werden zur Last, unter Umständen sogar zur unbewältigbaren Aufgabe.

Die Motivation, etwas aus dem Tag zu machen und produktiv zu sein, fehlt. Manchmal geht es sogar so weit, dass selbst das morgendliche Aufstehen aus dem Bett zum Kraftakt wird. Die erhöhte Müdigkeit, ebenfalls ein Hauptsymptom, ist dabei nicht gerade hilfreich.

Trotz ausreichenden Schlafes fühlen sich Erkrankte nahezu dauerhaft müde und abgeschlagen. Ab einem gewissen Punkt kann das auch zu Schlafstörungen führen, was zu den Zusatzsymptomen überleitet. Wer so viel Zeit wie möglich schläft, bringt seinen Biorhythmus irgendwann komplett durcheinander.

Zur eigentlichen Schlafenszeit kommen Betroffene nicht mehr zur Ruhe und wälzen sich hin und her. Da ist es kaum verwunderlich, dass die Müdigkeit tagsüber zuschlägt. Schnell finden sich depressive Personen in einem Teufelskreis wieder.

Ein Einblick in weitere mögliche Zusatzsymptome

discouraged young man who doesn't know what to do and is holding his head

Zahlreiche Betroffene der psychischen Störung zweifeln an ihrem Selbstwert. Sie haben das Gefühl, nicht genug zu leisten und keine Anerkennung verdient zu haben. Daher meiden sie den Kontakt zu anderen. Auch sprechen sie nicht gern über ihre Probleme. Sie fürchten, ihre Mitmenschen damit zu langweilen, und glauben, anderen stünde Hilfe eher zu als ihnen selbst.

Damit können auch Schuldgefühle einhergehen. Immer wieder kommt es vor, dass Betroffene sich an allem Negativen, was um sie herum geschieht, selbst die Schuld geben. Gleiches gilt für den eigenen Gemütszustand. Sie verurteilen sich selbst und tauchen dadurch nur noch weiter in die Depression hinein.

Auch auf die Wahrnehmung wirken sich Depressionen aus. Der Fokus liegt auf den negativen Aspekten. Erkrankte neigen dazu, die Dinge in ein schlechtes Licht zu rücken. Pessimismus macht sich breit, und selbst die einfachsten Dinge werden zur Mammutaufgabe. Betroffene reden sich oftmals ein, sie könnten den Tagesordnungspunkt sowieso nicht zufriedenstellend bewältigen.

Die Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und die negative Wahrnehmung wirken sich auch auf den Körper aus. Das macht sich durch Mimik und Gestik sowie in der Haltung bemerkbar. Bewegungen gehen langsamer vonstatten, und die Gesichtsausdrücke sind weniger variabel. Meist ist der Blick recht neutral. Allerdings gibt es durchaus auch depressive Personen, denen ein besonders starker, nahezu quälender Bewegungsdrang innewohnt.

Wer unter Depressionen leidet, hat häufig eine gesteigerte Selbstbeobachtung. Das kann dazu führen, dass kleinste Beschwerden die Befürchtung hervorrufen, es könnte eine ernsthafte körperliche Krankheit vorliegen. Es ist zudem möglich, dass die physischen Symptome die psychischen überdecken. Dann ist von einer sogenannten maskierten Depression die Rede.

Zu den bereits erwähnten Schlafstörungen gesellen sich dann unter Umständen :

Über die Behandlungsmöglichkeiten bei Depressionen

depressed woman sitting on a chair looking out the window

Je früher sich Depressionen erkennen und behandeln lassen, desto schneller werden sich Erfolge einstellen. Umso wichtiger ist es also, Symptome ernst zu nehmen und sich zeitnah professionelle Hilfe zu suchen. Ein früher Beginn reduziert ausserdem das Risiko, dass die Depressionen chronisch werden. In der Regel beginnt die Behandlung mit einer Psychotherapie und wird je nach Schwere medikamentös unterstützt.

Depressionen sind nicht von einem Tag auf den anderen geheilt. Die Therapie braucht ihre Zeit und fordert deshalb Geduld vom Patienten. Auch Engagement ist gefragt, denn nur, wer sich auf die psychotherapeutischen Methoden einlässt, wird die psychische Störung überwinden können.

Die Psychotherapie basiert auf der Annahme, dass Depressionen durch einschneidende Erlebnisse ausgelöst werden, die der Betroffene nie vollständig verarbeitet hat. Das können bedeutende Verluste, Krankheiten oder starke emotionale Lasten sein. Diese gilt es in den Sitzungen aufzuarbeiten. Der Psychotherapeut geht diesen Weg mit seinem Patienten gemeinsam und leitet ihn in die richtige Richtung.

Er deckt negative Gedanken und Muster auf und begibt sich zusammen mit dem Patienten auf die Suche nach den Ursachen. Diese werden aufgearbeitet, und der Therapeut lenkt die Aufmerksamkeit auf all die positiven Aspekte des Lebens. Denk- und Verhaltensmuster passen sich entsprechend an. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Erlernen von Strategien, die den Umgang mit depressionsfördernden Situationen erleichtern.

Depressionen mit Medikamenten behandeln

Das wohl bekannteste Medikament bei psychischen Störungen dieser Art ist das Antidepressivum. Es kommt bei schweren Depressionen zum Einsatz – zum Teil auch, wenn sich der Betroffene nicht auf die Psychotherapie einlassen kann. Zu erwähnen ist allerdings, dass die Wirkung dieses Medikaments oftmals erst nach Wochen eintritt und nicht garantiert ist.

Einige Erkrankte reagieren sehr gut auf Antidepressiva, andere hingegen spüren vor allem die Nebenwirkungen. Ausserdem besteht die Gefahr der Abhängigkeit nach dem Absetzen des Medikaments. Deshalb ist bei der Einnahme unbedingt den Anweisungen des behandelnden Arztes Folge zu leisten.

Mediziner verschreiben immer häufiger Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sowie Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Im Vergleich zu Antidepressiva kommen sie mit deutlich weniger Nebenwirkungen daher. Ihre Wirkungsweise lässt sich ganz einfach erklären. Sie erhöhen den Serotoninspiegel im Gehirn, kurbeln also die Ausschüttung des Glückshormons an, und hellen damit die Stimmung auf.

Bei leichten bis mittelstarken Depressionen können Betroffene auch auf Hilfe aus der Natur vertrauen. Johanniskrautpräparate haben sich zu diesem Zweck bewährt. Vorsicht ist hierbei allerdings bezüglich möglicher Wechselwirkungen geboten. So können diese Präparate beispielsweise die Wirksamkeit von hormoneller Empfängnisverhütung und Medikamenten zur Epilepsie-Behandlung und Blutverdünnung beeinträchtigen.

Wer unter Depressionen leidet, sollte diese unbedingt ernst nehmen und sich professionelle Hilfe suchen. Doch Betroffene können auch selbst zum Genesungsprozess beitragen. Es ist durchaus hilfreich, sich gewisse Leitpunkte zu setzen, die dabei helfen, Struktur in den Alltag zu bringen. Ein klarer Stundenplan führt durch den Tag.

Auch Punkte, die eigentlich selbstverständlich sind, wie Aufstehen, Zähneputzen, Haushaltsaufgaben und mehr, finden Platz auf der Liste. Das Abhaken all dieser Dinge verstärkt das Gefühl, schon etwas geschafft zu haben, und sorgt immer wieder für kleine Erfolgserlebnisse. Bestenfalls sind sämtliche Punkte mit Zeitangaben versehen.

Wichtig ist hierbei, realistisch zu bleiben. Den Tagesplan mit unzähligen Dingen vollzustopfen, bringt nichts, wenn der Grossteil letztendlich unerledigt bleibt. Das wiederum würde die kleinen Erfolgserlebnisse in Gefühle des Versagens umwandeln. Fester Bestandteil des Tagesablaufs sollte auch körperliche Betätigung werden. Davon profitieren Körper und Seele gleichermassen. Schon ein kleiner täglicher Spaziergang kann helfen, Stress abzubauen und belastende Gedanken zu verarbeiten.

Fest im Tagesplan verankert sollten auch regelmässige Mahlzeiten sein. Das ist vor allem dann wichtig, wenn die Depressionen mit Appetitlosigkeit einhergehen. Wer nicht ausreichend isst, hat keine Energie, und auch mit überlebenswichtigen Vitalstoffen wird es irgendwann knapp. All das würde zu noch stärkerer Antriebslosigkeit und Müdigkeit führen.

Vertrauen Sie sich Ihrem Coach an

Niemand muss allein mit Depressionen fertig werden. Sind auch Sie betroffen? Dann sprechen Sie offen mit Ihren engsten Vertrauten darüber, auch wenn es schwerfällt. Halten Sie den Kontakt unbedingt aufrecht und vermeiden Sie so, dass Sie sich immer weiter zurückzuziehen. Auch die Coaches von Vivapp stehen Ihnen zur Seite und sind immer dann zur Stelle, wenn Sie Unterstützung benötigen.

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